Simon Pflästerer: Weinheim braucht ein Leitbild

Weinheim braucht ein Leitbild

In jedem Unternehmen gibt es Leitbilder, die den Entscheidungsträgern und allen Firmenangehörigen zur Orientierung und der Ausrichtung ihres Handelns dienen. In Weinheim gibt es ein solches Leitbild bisher nicht. Eine zukunftsorientierte und verantwortliche Politik kann ohne ein solches Leitbild nicht bestehen.

Solche Leitbilder können aber nicht einfach so geschaffen werden, vielmehr entstehen sie nur durch einen aktiven Diskurs in Bürgerschaft und Gemeinderat.

Ein solches, von allen mitgetragenes und ausgearbeitetes Leitbild ist die Basis eines gemeinsamen Weges in eine werte- und zukunftsorientierte neue Politik. Damit wird der Erhalt und Ausbau unserer liebens- und lebenswerten Stadt und Stadtgesellschaft erst möglich.

Das Leitbild „Lebenswertes Weinheim“ ist eine Idee, die ich mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren und weiter verfeinern möchte. So stelle ich mir vor, als ersten Schritt, folgende sechs Leitbilder zur Diskussion zu stellen, die mir als die wichtigsten und prägenden scheinen:

1. Nachhaltige Finanzpolitik
Nachhaltig bedeutet vor allem, die Ausgaben zu reduzieren und mit den erwirtschafteten Finanzmitteln auszukommen. Eine gute Finanzpolitik bedeutet sorgsam und schonend mit den Ressourcen der Bürgerinnen und Bürger umzugehen.

2. Familienfreundliche Wohnstadt
Jungen Familien und Menschen, die auf die Hilfe der Gemeinschaft angewiesen sind, sollen in Weinheim ebenso einen bezahlbaren Wohnraum finden, wie erfolgreiche Unternehmer und engagierte Menschen. Entwicklung, Ausbau und Aktivierung von Wohnraum im Bestand haben, um den Flächenverbrauch zu verringern, höchste Priorität. Familienfreundlichkeit bedeutet nicht nur Wohnraum, sondern beginnt vielmehr beim Kindergartenangebot und soll in allen Lebenssituationen bis zum Alter fortwirken.

3. Wirtschaft
Zu einer nachhaltigen Wirtschaftlichkeit gehört neben dem Ansiedeln neuer Betriebe, die Pflege, Erhalt und Ausbau bereits etablierter Unternehmen. Dabei haben wir nicht nur die Bedürfnisse Einzelner, sondern im besonderen kleinere und mittelständige Unternehmen im Blick.

Zukunftsträchtige neue Ideen sollen gestärkt und gefördert werden. Dazu ist ein beschleunigter Anschluss an die Zukunftstechnologie „Breitband“ unsere Hauptaufgabe. Neue Gewerbegebiete können, wenn überhaupt, nur in enger Abstimmung mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt werden.

4. Tourismus
Weinheim schöpft sein hohes Potenzial als liebens- und lebenswerte Perle an der Bergstraße nicht ausreichend aus. Unser Handeln muss sich daran orientieren, die Marke „Weinheim“ weiter auszubauen und touristisch zu erschließen.

5. Soziale Stadt
In Weinheim übernehmen wir gegenseitige Verantwortung und achten und schätzen die bunte und kulturelle Vielfalt unserer Stadt. Wir stehen für eine offene, tolerante und friedliche Stadtgesellschaft. Wir sehen es als Ziel, die Integration unter Einbindung in unsere deutsche Kultur und Sprache nicht nur zu fördern, sondern zu fordern. Alle Stadt- und Ortsteile sollen an gleichwertigen, aufeinander abgestimmten Angeboten teilhaben.

6. Bildungsstandort
Als Große Kreisstadt hat Weinheim einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Neben den staatlichen Schulen und Berufsschulen arbeiten wir eng mit privaten Anbietern zusammen und unterstützen ausdrücklich die Arbeit der Volkshochschule, Musikschule und Erwachsenenbildung. Ziel soll es sein, dieses Angebot zu optimieren und auszubauen. Wir setzten uns daher dafür ein, Kooperationen mit den Hochschulstädten zu bilden und mit Ausgliederungen von Hochschulen nach Weinheim neue Chancen zu schaffen.

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